Hanzi Transformation
Zwischen Kalligraphie und Forschung
Die Schriftzeichen des Chinesischen setzen sich aus 30 elementaren Pinselstrichen zusammen. Eine unüberschaubare Vielfalt möglicher Zeichen ist durch deren Kombination möglich. Jedes der über 50.000 chinesischen Zeichen (Hanzi) basiert ursprünglich auf Piktogrammen, was aber meist kaum erkennbar ist. Diese Entstehungsgeschichte inspirierte die Hypothese, daß man aus dem Bild einer Person oder eines Gegenstandes durch schrittweise Abstraktion neue Schriftzeichen zu entwickeln könnte, bei denen die Essenz des Dargestellten dennoch erhalten bleibt.
Ich habe die Methode der chinesischen Kalligraphie eingesetzt, um diese Hypothese zu prüfen. Hierbei wird aus einem Pigmentstein geriebene Tusche mit einem senkrecht gehaltenen Pinsel in einem Zug aufgetragen. Diese Technik hat den Anspruch, daß die Zeichnung frei aus der Hand fließt, was Vorzeichnungen oder Korrekturen ausschließt. Das Anrühren der geruchsintensiven Tusche versetzt den Zeichner in die notwendige meditative Entspannung.
Für die Umsetzung habe ich bewußt Motive gewählt, für die es noch keine eigenen Schriftzeichen im Chinesischen gibt: Die Kollegin E.M., das Brandenburger Tor, das Myoglobin, Professor C.F. et al.. Dabei habe ich mit der Hanzi Transformation sehr unterschiedliche Grade der Abstraktion erreicht: Die vollständige Transformation zum Schriftzeichen, minimalistische Darstellungen ähnlich dem Xie-Yi-Stil und dekorative Bilder durch die gezielte Verwendung von ungebrochener Farbe.












